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19.10.2009

Vize-Weltmeister

Das Ziel war klar definiert - A-Kader schaffen oder in Schönheit untergehen! Das bedeutete Platz 1-3.

Athen kannte ich ja schon durch die WM 2003 (die ich gewonnen hatte) und die Paralympics ( die ich nicht gewonnen hatte). Nach den Spielen dort hatte ich mir eigentlich vorgenommen, dass man da nicht mehr hin muss. 

Ich wusste ja im Prinzip, was mich erwarten sollte: Müll, extrem laute und schnelle Fahrzeuge aller Art und warmes Wetter. Ach ja - und Müll natürlich. Aber es war auch mit Müll und lautem Verkehr auf der Straße zu rechnen. Nicht zu vergessen der Müll!

Die erste Woche Training verlief dann auch recht schön. Sonne, guter Wind, ich hatte eine starke Erkältung und die Straßen voll Müll und Lärm.

Neben dem Yachtclub hatte man einen schönen Blick auf das Beachvolleyball-Stadion und ein anderes, von dem keiner mehr weiss, was es mal war und niemand jemals wissen wird, was es mal werden soll. Fakt ist nämlich, dass alle Stadien mehr oder weniger (eher mehr oder komplett nicht) genutzt werden.

Der Olympiahafen 5 Meilen südlich ist nur mit ein paar Motoryachten belegt, die dort auf einen Liegeplatz in einem Hafen warten, in dem auch eine minimale Infrastruktur besteht. Im Olympia-Hafen gibt es nämlich nichts ausser Wasser und .. richtig, Müll.

Pünktlich zur Regatta kam dann das Tiefdruckgebiet und der Wind wurde ungewöhnlich unkonstant. "Das ist nicht normal für die Jahreszeit", so ein Eingeborener Segler - ein Spruch, den ich bislang bei jeder Regatta gehört habe.

Im Laufe der Woche fiel der Luftdruck und der Druck auf mich stieg stetig an. Ein Rennen, das ich führte, wurde abgeschossen, in einem anderen fiel ich von 2 auf 6, weil der Wind erst weg und dann überall einsetzte - nur nicht bei mir. 

Dann war da noch der Protest meiner 3 stärksten Konkurrenten, die der Meinung waren, dass ein Wettfahrtleitungs-Angehöriger mir den Weg zum Ziel gewiesen hätte. Das hat dan die Jury schmunzelnd abgewiesen.

Am letzten Tag wurde es dann so richtig spannend. Wenn nur ein Rennen gefahren werden sollte, würde ich den Führenden in die Wallachei segeln und dank besseren Streichers gewinnen. Es sollten aber 2 Rennen werden. Im ersten des Tages lag ich sicher auf Platz 2. Durch eine Verwechselung, sind wir alle aber zur falschen Tonne gefahren und mussten umdrehen - die ersten waren letzte und umgekehrt.

Ich wurde 10 und musste so im nächsten Rennen meinen 2. Gesamtplatz gegen meine Verfolger sichern.

In einem sehr spannenden Rennen konnte ich das dann auch schaffen und Silber behalten.

Ich bin zufrieden, A-Kader ist gesichert und die tote Ratte, die beim Auskranen an mir vorbei trieb ist nicht am Grosssegel hängen geblieben.

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